Mit dem Motorrad auf die Fähre ...

Vorbereitung

Die Webseite der Fährgesellschaft stellt viele Informationen für die Vorgehensweise beim Verladen bereit. DFDS stellt Spanngurte zum Abspannen der Motorräder. Das Abspannen wird von der Crew durchgeführt.

  • Im Vorwege klären, wo die besten Abspannpunkte am eigenen Motorrad sind. (Gabelbrücke, Rahmen, Gepäckträger)
  • Achtung: Keine Bremsleitungen oder Kabel einklemmen
  • Seile dürfen nicht scheuern, ggf. Putzlappen / Handtücher / die eigenen Handschuhe als Gurtunterlagen verwenden
  • Mindestens zwei eigene lange Gurte einpacken. Nützlich sind die Gurtschlaufen (Achten), wie bei Autoreisezügen verwendet. Im Angebot bei Louis, Best. Nr. 10002578, Zurrschlaufen Set.
  • Ein paar dünne Arbeitshandschuhe einpacken. Die schiffseigenen Gurte sind oft nicht sauber.
  • Vor der Fahrt zur Fähre empfiehlt es sich so zu packen, dass man nur eine Innentasche vom Topcase oder vom Seitenkoffer oder einen kleinen Rucksack mit in die Kabine nehmen muss. Die Motorräder stehen oft ganz unten im Schiff, z.B. auf Deck 1 und die Rezeption befindet sich z.B. auf Deck 5 und ist nur über steile Treppen zu erreichen. Nicht jedes Schiff hat einen Fahrstuhl.
  • Benötigtes Gepäck aus dem Laderaum mitnehmen. Der Ladebereich ist während der Fahrt nicht zugänglich!
  • Mit einem abschließbaren Stahlseil kann der Helm und ggf. die Motorradjacke (durch den Ärmel) am Motorrad abgesichert werden und muss nicht zur Kabine mitgenommen werden.
  • Tank nicht ganz befüllen.

Abstellen an Bord

  • Achtung bei der Auf- oder Abfahrt: die Böden können rutschig sein! Ebenso können ölige Lachen auf dem Boden sein, deswegen immer mit Helm und Handschuhen fahren.
  • Mit der Besatzung klären, ob man selber Hand anlegen kann oder die Besatzung genug Zeit zum Verzurren hat, um Missverständnissen vorzubeugen. Das vermeidet späteren Ärger, falls ein nicht gesichertes Motorrad beschädigt wird.
  • In Ruhe arbeiten und sich nicht von möglicher Hektik anstecken lassen.
  • Ersten Gang einlegen.
  • Wenn vorhanden, Alarmanlage ausstellen.
  • Motorrad auf Seitenständer wie beim Bahntransport abstellen – Beste Stabilität hat ein Dreibein!
  • Selbstständig einklappende Seitenständer mit Gurt durch Vorderrad nach vorne sichern.
  • Genug Abstand zu anderen Fahrzeugen lassen.

Das Abstellen auf dem Seitenständer ist generell besser als auf dem Hauptständer. Dadurch hat das Fahrzeug drei feste Auflagepunkte und kann nicht ins Wackeln kommen. Besonders beim Anlegen kann es einen starken Stoß geben und das Motorrad könnte vom Hauptständer springen.

Wenn Abstellen auf dem Hauptständer, einen Keil unter das Vorderrad  klemmen, um ein Kippen zu verhindern, ggf. Vorderbremshebel mit kurzem Gurt anziehen

Verzurren

  • Die Crew versteht ihr Handwerk. Trotzdem sollte man dabei bleiben und zeigen, wo die Seile oder Gurte nicht befestigt werden dürfen.
  • Die ungünstigste Mindestsicherung: mit einem Gurt schräg nach vorn über die Sitzbank das Motorrad in den Seitenständer drücken. (Beschädigung der Sitzbank). In dem Fall ein Handtuch, Handschuhe ö. a. als Gurtunterlage verwenden.
  • Ungünstig ist auch das Abspannen über die Lenkerenden, da der Lenker dadurch verbiegen kann..
  • Je nach Aufnahmepunkten im Boden reicht es, eine Diagonale zu spannen – ein Gurt nach vorne links, einen nach hinten rechts.
  • Gurte nie durch Speichenfelgen ziehen!
  • Auf Stabilität des Seitenständers achten! Gurte nicht überspannen! Der Seitenständer könnte sich verbiegen!
  • Wenn ein Gurt an einer über den Boden laufenden Kette gesichert wird, nach Abschluss des gesamten Verspannvorgangs auf Festigkeit überprüfen!
  • Wackeltest machen!

Merken, auf welchem Deck und in welcher Sektion das Motorrad steht.

Einchecken

Das Prozedere kann je nach Hafen variieren. Im Hafengebiet und an Bord gilt Helmpflicht!

In einigen Häfen gibt es eine erste Kontrolle an der Einfahrt zum Hafengelände. Dann kommt der Checkpoint, wo man die ausgedruckte Ticketbestätigung vorzeigen muss, die man z.B. per Mail bekommen hat, zusammen mit dem Pass oder dem Personalausweis und dem Fahrzeugschein. Dann bekommt man zwei Tickets, eines für das Fahrzeug, das bei der Einfahrt in den eigentlichen Hafenbereich kontrolliert wird und ein zweites mit der Kabinennummer. Beide werden vor der Fahrt auf das Schiff erneut kontrolliert.

Kabinen

Je nach Gesellschaft und Schiff ist das zweite Ticket gleich der Zugang zur Kabine oder es muss erst an der Rezeption gegen eine entsprechende Scheckkarte getauscht werden, die am Schluss der Fährfahrt wieder abgegeben werden muss.

Innenkabinen haben keine Fenster. Die Kabinen sind klein und zweckmäßig eingerichtet. Vier Einzelbetten, von denen zwei abgeklappt sind, eine Garderobe, Bad mit Dusche. Handtücher und Duschgel sind zumeist vorhanden.

Sie sind gut ausgeleuchtet und haben eine gute Belüftung. Es lohnt sich, Außenkabinen zu buchen. Dank des Fensters hat man einen Bezug zur Realität nicht und sieht vor allem am nächsten Morgen, was für Wetter einen erwartet. Man kann auch Innenkabinen buchen und dann auf dem Schiff bei der Rezeption ein Upgrade machen, also in eine höhere Kategorie wechseln, sofern vorhanden. Die Kosten sind dieselben.

Die Kabinentür nach dem Zuziehen überprüfen, ob sie wirklich geschlossen und nicht nur ins Schloss gefallen ist.

Das Leben an Bord

Die Temperaturen auf der Fähre sind angenehm. Auf einer Fähre gibt es eine Rezeption, die alle Fragen beantwortet. Es gibt Restaurants und Bars. Die Essenszeiten sind am Restauranteingang notiert. Spätestens wenn das Land außer Sicht ist, ist auch Schluss mit Internet. Weitestgehen ist das maritime Netz erreichbar, dass erheblich teurer ist. Die Fähre gehört zu dem Land, unter dessen Flagge sie fährt. Danach richten sich die Währung an Bord und die Sprache der Mitarbeiter, die grundsätzlich mehrsprachig sind. Es gibt Aufenthaltsräume mit TV oder mit Tischen.

Verlassen der Fähre

Kommt die Fähre früh an, spielt es schon eine Rolle, wann man aufstehen und bereit sein muss.

Fragt zur Sicherheit an der Rezeption nach. Einen Wecker ist nicht nötig. Die Crew will ihre Gäste rechtzeitig von Bord haben und so wird man viel zu früh von einer Lautsprecherdurchsage geweckt. Es gibt auch Frühstück. Die Ladedecks werden erst geöffnet, wenn die Fähre im Hafen angelegt hat. Aber auch dann lohnt es sich nicht, sich zu beeilen. Ungeduldige Autofahrer lassen ihre Motoren gleich an und dann wartet man im Smog.

Aufpassen, ob noch Gurte auf dem Boden liegen oder sogar noch nicht gelöst sind. Wegräumen! Das Motorrad auf Schäden kontrollieren. Die müssten vor der Ausfahrt gemeldet werden. Fotos machen. Da es gut sein kann, dass Personal-und Fahrzeugpapiere bei der Einreise vorgezeigt werden müssen, hält man sie am besten griffbereit.