Dieses Mal sind wir mit der Fähre von Hanstholm im Norden Dänemarks mit der nach Seydisfjödur unterwegs. Am 13.07.09 machten wir uns morgens auf den Weg und trafen uns alle auf dem Parkplatz vor der Brücke am Nord-Ostsee-Kanal. Sobald es ging, verliessen wir die Autobahn und fuhren über die Landstraße in den Norden Dänemarks.
Auf dem Zeltplatz standen schon Etliche, die mit uns die Fähre benutzen wollten. Im Laufe des Abends wurden es immer mehr. Wir machten noch einen kleinen Ausflug in den Ort und in den Bereich der Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg, die sich in den Dünen oberhalb Hanstholms befinden. Am Morgen waren wir rechtzeitig am Fährterminal und reihten uns in die Schlange der Islandreisenden ein. Es ging recht zügig. Motorräder festlaschen, zur Rezeption und dann Kabinen beziehen.
Die zweitägige Überfahrt nach Island verläuft ausgesprochen ruhig, erscheint fast wie eine Kreuzfahrt. An Bord treffe ich Klaus, mit dem ich eine Weile durch Alaska gereist war und Heike und Helmut Kaitinnnis, die zusammen mit ihren Kindern Island umrunden wollen.
Island zeigt sich bei der Ankunft im Nebel. Rasch geht es von Bord, doch dann dauert es ziemlich lange, denn unser Geländewagen wird durch die neuinstallierte Röntgenanlage geschickt und anschließend in der Halle untersucht. Es ging den Zöllnern aber nur um seinen Tank, der Inhalt des Autos interessierte sie bei uns nicht. Anderen Reisenden wurden aber mitgebrachte Wurstwaren abgenommen. Der Nebel verzog sich rasch, aber es war noch empfindlich kühl. Über den Pass hoch nach Egilstadir, Zelte aufbauen, Geld tauschen und dann machten wir einen ersten Ausflug in den Norden.
Am nächsten Tag ist das Wetter besser und wir fahren Richtung Snaefell. Stopp bei einem ehemaligen Kloster, das in den 30er Jahren der Hamburger Architekt Fritz Höger zum Wohnhaus des isländischen Dichters Gunnar Gunnarson umbaute. Aber sobald wir aus dem Tal in die Hochebene kommen, tauchen wir in die tief hängenden Wolken ein und die Sicht reduziert sich dramatisch. Den Berg Snaefell erahnen wir mehr als wir ihn sehen. Doch dann reißt der Himmel auf, gerade, als wir den neuen Staudamm erreichen. Ein in Island höchst umstrittenes Projekt, da es einen Teil des Jökulsatals ertrinken lässt. Der so erzeugte Strom versorgt das neue Aluminiumwerk in Reydarfjördur mit Energie. Etwas weiter nördlich haben wir nach einer kurzen Wanderung Einblick in die Schlucht der Jökulsa. Über die Piste geht es weiter nach Saenautavatn. Bei Lilly halten wir, es gibt Kakao und Pfannkuchen satt. Kurze Zeit später sind wir wieder zurück auf unserem Campingplatz. Als Eingewöhnungsrunde war das schon mal nicht schlecht.
Am nächsten Morgen packen wir alles zusammen und fahren nach Reydarfjördur und werfen einen Blick auf das Aluminiumwerk. Dann fahren wir auf einer Piste über die Berge, parallel zur Stromleitung. Diese Piste ist im ersten Teil schon eine Herausforderung. Steile Streckenabschnitte und loses Geröll, z.T. enge Kurven erforden die ganze Konzentration. Nach kurzer Fahrt auf der Ringstraße biegen wir auf die Öxi ab. Das ist zwar auch eine Piste, aber angenehm zu fahren, mit immer wieder grandiosen Ausblicken.
Höfn ist der erste große Ort an der Strecke - tanken, ein Kaffee und Brot im Supermarkt. Weiter geht es. Bei recht gutem Wetter erreichen wir dann den Jökulsàrlòn, in den der Vatnajökullgletscher hineinkalbt. Grandios ist die Fahrt mit einem alten Amphibienfahrzeug zwischen den Eisbergen, die von diesem See aus ins Meer abdriften.
60 km weiter erreichen wir den Campingplatz am Skaftafell Nationalpark. Es ist deutlich kühler geworden und nachts regnet es. Am nächsten Morgen ist es wieder angenehm und als wir von unserer Wanderung zum Gletscher zurückkommen, reißt der Himmel auf und unsere Fahrt in die Landmanalaugar erleben wir mit gutem Wetter. Die ersten zwei - drei Flussdurchfahrten sind noch eine Herausforderung für alle, die so etwas noch nie gemacht haben. Dann werden alle mutiger und es beginnt zunehmend Spaß zu machen.
Ein kurzer Abstecher zur Elgia Schlucht, dann geht es weiter. Bei der Ankunft am Campingplatz der Landmanalaugar begrüßt uns schon Matthias Haupt, der bei unserer Islandreise vor zwei Jahren mit dabei war. Freudiges Wiedersehen.
Am nächsten Morgen nutzen wir den warmen Fluss zum Aufwärmen. Dann packen wir wieder und machen uns auf den Weg nach Westen. Durch die Kringla und am Laufafell vorbei erreichen wir die F210 und sind damit zwar immer noch auf einer Piste unterwegs, aber aber es ist deutlich einfacher zu fahren als das Stück, auf dem wir von der F208 gekommen waren.
Nachdem wir die 1, die Ringstraße, erreicht hatten, fuhren wir nach Vik, ganz in den Süden. Das erste Stück noch bei strahlendem Sonnenschein, dann zieht sich der Himmel rasch zu und es wird empfindlich kühl. Wir sind froh, als wir Vik erreicht haben.
Am nächsten Morgen ist es weiterhin epfindlich kühl, als wir uns die "Sehenswürdigkeiten" von Vik anschauen. Interessant der Gedenkstein für die auf See gebliebenen deutschen Islandfischer. Die Fahrt auf der 4x4 Piste auf den Berg oberhalb von Vik ist auf der steilen steinigen Pist eine echte Herausforderung. Das gilt sowohl für die Auffahrt und viel mehr noch für die Abfahrt.
An den Felsen von Dyhòlaey sehen wir nur wenige Papageitaucher. Die meisten sind draußen auf dem Meer. Vor den Felsen ist es ihnen wohl auch zu ungemütlich.
Dann fahren wir weiter über Sellfoss zum südlichen Ende des Pingvellirvatn und erreichen bei strahlendem Sonnenschein Reykjavik. Zelte aufbauen - hier bleiben wir für ein paar Tage. Diese Etappe begiessen wir mit einigen Tropfen mitgebrachten Weines.
Viele Grüße
Euer Jürgen aus Reykjavik
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